Taufe

mehr Fest geht nicht

Es gibt ganz häufig einen besonderen Moment – wenn ich die Hand auf das Köpfchen eines Täuflings lege, den Segen spreche und sich unsere Augen treffen. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber dieser Moment hat eine Präsenz mit ein bisschen Gänsehauteffekt. Als wüssten wir beide: Hier geschieht etwas!

Taufe bedeutet Aufnahme in die christliche Gemeinde. Mit Gemeinde ist Gemeinschaft gemeint. Und zwar eine, die sich nicht nur auf den Radius der Christuskirche oder anderer Kirchen beschränkt. Sie ist viel größer und umfasst Christinnen und Christen weltweit. Eine Taufe ist damit ökumenisch und geschieht einmalig. (Es sei denn, Sie oder Ihr Kind treten den Baptisten bei – dann bekommen Sie noch eine „Auffrischung“!)

Taufen ist eine Segenshandlung. Das klingt nach Kirchendeutsch, ist aber ganz einfach: Segen ist wie ein Liebesgeflüster Gottes, wenn er auf uns schaut und nicht anders kann als zu lächeln. Sie kennen das vielleicht, wenn Sie Ihr Kind ansehen oder einen Menschen, den sie sehr lieb haben, und sich ein warmes Gefühl in der Magengegend breit macht. Dieser Segen ist so alt wie die Menschheit. Ob Adam, Eva, Noah, Mose oder die beiden Marias am Grab – sie alle haben diesen einen Segen erfahren, um den wir bei der Taufe bitten.

Kurz: Die Taufe ist ein großes und wunderbares Fest, und wir freuen uns, es mit Ihnen gemeinsam zu feiern! Wir taufen Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Je nachdem wie alt der Täufling ist, gestalten wir die Tauffeste natürlich etwas unterschiedlich.

Hier ein kleiner Wegweiser

Sie haben beschlossen, Ihr Kind oder sich selbst taufen zu lassen. Prima! Melden Sie sich bei uns über die Sekretariate oder direkt bei uns Pfarrerinnen und Pfarrern. Dann suchen wir gemeinsam mögliche Termine, die Sie mit Ihren Familie und Freund*innen besprechen können. Es gilt die Regel: je früher, desto besser. Aber auch für spontane Entschlüsse stehen wir bereit. Es geht immer was.

Es ist besonders schön, wenn die Gemeinde vor Ort den Täufling kennenlernt und im Gottesdienst mitfeiern kann. Manchmal gibt es aber gute Gründe, stattdessen einen individuellen Taufgottesdienst an einem Samstag zu feiern. Das ist möglich. Sprechen Sie uns an.

Zu den schönen Gewohnheiten einer Taufe gehört es, Menschen zu benennen, die sich ganz besonders für den Täufling verantwortlich erklären. Oft werden wir gefragt, ob die Taufpat*innen in der Kirche sein müssen. Die Antwort ist eindeutig: Ja! Und Nein! Wichtig ist uns zunächst, dass Sie Menschen finden, die dieses Amt von Herzen gern und mit Freude annehmen. Sind diese Menschen Mitglied einer Kirche, heißen sie Taufpa*innen. Sind sie konfessionslos, nennen wir Sie Taufzeug*innen. Im Gottesdienst – und vor allem danach – spielen sie für Ihr Kind ohnehin die gleiche wichtige Rolle. Übrigens: Ob Sie Taufpat*innen oder Taufzeug*innen benennen, ist Ihre freie Entscheidung. Erforderlich sind sie für die Taufe nicht.

Früher war es Brauch, Kinder innerhalb der ersten sechs Lebenswochen zu taufen. Das ist heute nicht mehr nötig, wir haben keine Eile. Gott hat Ihr Kind jetzt schon in sein Herz geschlossen, ob es getauft ist oder nicht. Außerdem: Je älter Kinder sind, desto bewusster erleben sie ihre Taufe mit. Das macht es manchmal sogar persönlicher und oft besonders schön.

Wir Pfarrerinnen und Pfarrer kommen gern zum Gespräch zu Ihnen, wenn Sie das möchten. Uns ist wichtig, Sie und Ihr Kind kennenzulernen, und manchmal ist das im eigenen Zuhause leichter. Jedes Kind verändert das Leben und wir sind sehr gespannt, wie Sie und Ihre Familie das erleben. Aufräumen müssen Sie vorher nicht für uns!

Sind Sie ein schon erwachsener Täufling, nehmen wir uns natürlich ebenfalls diese Zeit zur Vorbereitung. Da die Taufe von Erwachsenen seltener ist als die Taufe von Kindern, freue ich mich schon sehr, von Ihren Beweggründen zu hören. Kommen Sie gern zu uns an die Christuskirche. Wir warten mit hervorragendem Kaffee!

Sind Sie als Eltern Mitglied der Gemeinde, ist eine Taufe innerhalb von Sonntagsgottesdiensten unentgeltlich. Für individuelle Gottesdienste erheben wir eine Nutzungsgebühr für die Kirche, sollten Sie nicht Mitglied der Gemeinde sind. Aber diese Details besprechen wir lieber persönlich.

 

Taufen sind für uns in der Gemeinde ein ganz besonderes Ereignis. Wenn Sie Fragen haben, her damit – per Mail oder telefonisch: 0170 / 226 17 89

Wir freuen uns sehr auf Sie!

Ihr Pfarrer Christoph Rollbühler

Fränkische Kiechla

Großgeworden bin ich bei Rothenburg ob der Tauber (Mittelfranken). Hier gab es zu Taufen immer „Kiechla“, die Tage zuvor gebacken und im Dorf verteilt wurden. „Kiechla“ sind langgezogene Berliner ohne Füllung und mit einer dünnen Mitte. Und lecker.

  • 1.000 g Mehl
  • 75 g Zucker
  • 150 g Butter
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 4 St. Eier
  • 2 Würfel frische Hefe
  • Prise Salz
  • Butterschmalz
  • Puderzucker zum Bestreuen

Aus den Zutaten einen Hefeteig zubereiten und gut aufgehen lassen. Dann den Teig portionsweise aufteilen und zu Kugeln formen. Zugedeckt nochmals gehen lassen.
Danach zieht man die Krapfen aus – von der Mitte zum Rand hin arbeitend und den Teig über dem Handrücken formend. Dadurch bleibt ein wulstiger Rand stehen.
In der Zwischenzeit wird das Fett in einem großen Topf mit hohem Rand erhitzt. Man gibt die ausgeformten Küchlein hinein, lässt eine Seite braun backen, dreht sie mit dem Schöpflöffel um und nimmt sie fertig gebacken wieder aus dem Fett.
Zum Abtropfen auf Küchenpapier legen. Anschließend mit Puderzucker bestäuben und in Ruhe genießen.