7 Wochen Sahnetorte

gemeinsam bis ostern 2026

Ostern heißt wenig anderes als Gutsein mit sich und anderen in dem Wissen, dass wir genau so sind: REICHLICH GUT!
Ostern ist das Fest der Lebensfreude, voller Wärme, Licht, innerem und äußeren Leuchten. Ostern ist Sahnetorte! Fühlt ihr euch danach?

7 Wochen sind es bis dahin und wir begleiten euch. Mit Nachdenken und Austausch, allein und gemeinsam, hier digital und an den Sonntagen in unseren Gottesdiensten. Alle Infos, die ihr braucht und unsere Sahnetörtchen findet ihr – Stück für Stück – unten auf dieser Seite.

Die Idee:
Jede Woche samstags erhaltet Ihr ein „Sahnetörtchen“ – etwas zum Kauen, Genießen und Stärken. Es kann eine Frage sein, über die Ihr nachdenken sollt, oder ein kleiner Text, der Euch inspirieren soll. Manchmal ist es auch ein Fastenrezept geben, das Ihr gerne nachkochen dürft.

Schreibt mir gern, was Ihr dazu denkt und fühlt. 

CK-Sahnetörtchen_2024
Törtchen No. 1

Zwiebelsuppe

Unser erstes Törtchen ist heiß, mit Käse überbacken und voller Vitamin C. Ein traditionelles „Arme-Leute-Essen“, das aber überhaupt nicht karg schmeckt, sondern genauso reichhaltig, wie es ist: Zwiebelsuppe. Sie stärkt und ist für die Passionszeit genau richtig! 

Habt ihr auch ein besonderes Essen, das Ihr vor allem in den Fastenwochen zubereitet? – Schreibt es uns.

Und schaut gerne rein, wie wir unser Törtchen No. 1 für Euch probegekocht haben. Törtchen No. 1 – Der Pfarrer kocht Zwiebelsuppe 

das rezept

Du benötigst 4 ofenfeste Suppentassen mit ca. 580 ml Fassungsvermögen und Henkel.
1 Liter Gemüsefond
4-8 Baguettescheiben am besten altbacken
500 g Zwiebeln normal oder rot
250 ml trockener Weißwein
250 g Tilsiter
50 g Butter
2 Knoblauchzehen
1 Lorbeerblatt
1 EL Mehl Type 405
1 EL Apfelessig
1/2 TL Thymian getrocknet/gerebelt alternativ
4 Zweige frischer Thymian
Salz
Schwarzen Pfeffer aus der Mühle

Den Ofen heizt Du rechtzeitig auf 220°C Ober- / Unterhitze vor (Umluft ist nicht geeignet). Die 500 g Zwiebeln schälst du und schneidest sie in beliebig feine Halbringe (ich bevorzuge 2 bis 3 mm). Die 2 Knoblauchzehen schälen und in feine Würfel schneiden. 

Dann zerlässt Du 50 g Butter in einem Topf, fügst die Zwiebel-Halbringe dazu und lässt sie unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze langsam goldbraun rösten. Hier ist etwas Geduld gefragt, damit die Zwiebeln schön langsam karamellisieren, denn das ergibt einen wundervollen Geschmack! 

Währenddessen reibst du auf einer Küchenreibe 120 g Bergkäse fein und schneidest 4 bis 8 etwa 1,5 cm dicke Baguettescheiben und toastest sie leicht. Sobald die Zwiebelhalbringe eine schöne Farbe haben, mit 1 EL Mehl bestäuben und kurz unter Rühren anschwitzen. Dann löschst du sie mit 250 ml Weißwein ab, gibst 1 EL Apfelessig dazu und nach Belieben 1 Spritzer Sherry. Gut umrühren. Nun 1 Liter Rinderfond dazu gießen, 4 Zweige Thymian und 1 Lorbeerblatt dazugeben und aufkochen lassen. 

Die Suppe auf kleiner Stufe bei reduzierter Hitze ca. 15 Minuten mit Deckel köcheln lassen. Im Anschluss entfernst du das Lorbeerblatt und schmeckst die Suppe nach Belieben mit Salz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle ab. Nun verteilst du die Zwiebelsuppe auf die 4 ofenfesten Suppentassen, legst je nach Passung 1 oder 2 Baguettescheiben darauf und bestreust sie gleichmäßig mit dem geriebenen Bergkäse. 
Nun im vorgeheizten Backofen im oberen Drittel gratinieren, bis der Käse goldgelb zerlaufen ist. Fertig – guten Appetit!

Törtchen No. 2

Verletzlichkeit und stärke

Und das Schweigen der Männer. 

Kennt ihr Jim Carrey? Den Komiker? Er hat operieren lassen? Das Gesicht! Alle rätseln zumindest, ist es ein Doppelgänger oder war es ein sehr ehrgeiziger Schönheitschirurg? Da saß er nun, so wie er heute aussieht, dieses Megatalent, vor ein paar Wochen bei der César-Verleihung in Paris und erhielt den Ehrenpreis mit den Worten: Sie machen Verletzlichkeit sichtbar, ohne sie jemals zu verurteilen. Sie erinnern uns daran, dass Lächerlichkeit kein Fehler und Zerbrechlichkeit keine Schwäche ist.
(Camille Cottin)

CK-Sahnetörtchen_2024

 Es ist fast so, als hätte er eine Art Mahnmahl geschaffen für eine Zeit, in der Perfektion fast zur Perversion wird und Makellosigkeit nicht nur ein Trend ist. Sie ist die Zielmarke, an der wir alle schon gescheitert sind, bevor die Tech-Bros die KI ins Rennen geworfen haben – und jetzt stehen wir nicht nur hässlich da, sondern auch dumm. Na toll!
Kurz zu Jesus: Folgt mir nach!, hat er gesagt. Und zwar jetzt sofort. Lass doch die Toten ihre Toten begraben, hat er gesagt, und wer zurücksieht, wird das Neue nicht erleben. Sinngemäß.

Die Epstein-Files sind nicht nur ein Skandal. Das greift viel zu kurz. Eine ganze Generation einflussreicher Männer über Kontinente hinweg haben sich an diesem System, an Kindern und an Frauen vergangen. Das ist kein Skandal. Das ist eine Schande. Eine Schande für uns Männer. Genauso wie unser Schweigen. Auch das muss endlich aufhören. Es wird Zeit, dass wir aufstehen und uns gegen Männergewalt zur Wehr setzen. Das geht nur, indem wir die Kultur ändern und auf alteingeschliffene Privilegien verzichten. Das gilt auch für unsere Evangelische Kirche im Rheinland. Auch hier haben Männer haben geschwiegen, haben zugedeckt und schweigen jetzt. Es macht keinen Sinn, Kompromisse einzugehen, wenn es darum geht, eine neue Kultur der Verletzlichkeit einzuüben: Sie bedeutet Widerstand gegen Unrecht, aus tiefer Hingabe an das Leben.

Kriege sind Männergewalt, Missbrauch ist Männergewalt. Weswegen sagen wir Männer nicht einfach Stopp!? Die Schutzkonzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt sind wegen uns Männern geschrieben. Ich will das nicht. Männer, steht auf gegen Männergewalt. Das bedeutet es auch, wenn Jesus sagt: Folgt mir nach ohne langes Abschiednehmen.

Ich will, dass wir eine neue Kultur der Verletzlichkeit einüben und sie bedeutet eben Nein! zu sagen gegen Männergewalt. Erst recht als Mann!
Pfarrer Christoph Rollbühler